Die Bundesregierung hat ein neues Onlineportal eingerichtet, über das Bürger, Unternehmen, Verbände und Beschäftigte von Behörden Hinweise auf bürokratische Hindernisse melden können. Das Angebot trägt den Namen „EinfachMachen“ und soll dabei unterstützen, Verwaltungsabläufe zu vereinfachen.
Laut der Veröffentlichung ist das Portal Teil der Modernisierungsagenda des Bundes. Diese verfolgt das Ziel, Verfahren, Strukturen und Entscheidungswege in der öffentlichen Verwaltung zu vereinfachen und dadurch Abläufe effizienter zu gestalten. In diesem Zusammenhang existieren amtliche online Anträge wie etwa Anträge für Kindergeld oder Wohngeld, die Behördenprozesse digital abbilden und bei Antragstellungen unterstützen.
Beteiligungsmöglichkeit für Betroffene
Mit dem Portal sollen direkt betroffene Personen eingebunden werden. Laut Bundesregierung können Meldende dort konkrete Beschreibungen von Verwaltungshürden sowie Vorschläge zur Verbesserung einreichen. Eine vergleichbare Beteiligungsform habe es auf Bundesebene bislang nicht gegeben.
Über das Portal können Verwaltungen, Bürger und Unternehmen praxisnah schildern, wo Vorgänge im Alltag oder bei der Arbeit mit Verwaltungsvorgängen verbessert werden können. In der Praxis stehen für viele dieser Abläufe amtliche Formulare und Vorlagen wie Gewerbeanmeldungen zur Verfügung, die ebenfalls digital genutzt oder eingereicht werden können.
Meldungen in sieben Schritten
Das Portal ermöglicht es, Meldungen in sieben Klicks einzureichen. Vorgesehen ist, dass Hindernisse beschrieben werden und ein Lösungsvorschlag angegeben wird. Alle Personen mit Wohnsitz in Deutschland können diese Funktion nutzen.
Die Bundesregierung erklärt, dass die Beiträge dazu beitragen sollen, unnötige Abläufe zu identifizieren und zu reduzieren. Ziel sei eine Verwaltung, die stärker auf die Bedürfnisse der Bevölkerung ausgerichtet wird.
Beta-Phase und geplante Ausbaustufen
Das Portal startet zunächst als Beta-Version. Ab 2026 soll es nach und nach erweitert werden. Geplant ist insbesondere eine stärker automatisierte Auswertung der Meldungen. Laut Veröffentlichung soll dabei auch KI-Technologie eingesetzt werden, wobei Datenschutz- und Sicherheitsstandards eingehalten werden sollen.
Perspektivisch sollen aus den eingehenden Meldungen konkrete Vorschläge für strukturelle Änderungen entwickelt werden. Diese sollen zu messbaren Vereinfachungen in Verwaltungsverfahren führen.
Einordnung in bestehende Reformprogramme
Die Bundesregierung erklärt, dass Staatsmodernisierung und Bürokratieabbau gemeinsame Aufgaben von Bund und Ländern seien. Das neue Portal ergänzt demnach laufende Programme wie die Modernisierungsagenda des Bundes sowie weitere Maßnahmen im Bereich föderaler Verwaltungsreformen.
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger benennt in dem veröffentlichten Text ein Gesamtvolumen von 8 Milliarden Euro für bisher angestoßene Maßnahmen zur Entlastung von Bürokratie.
