Insolvenzen in Deutschland auf Höchststand seit 2015

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im Jahr 2025 deutlich gestiegen. Nach Angaben der Creditreform Wirtschaftsforschung meldeten im Jahresverlauf insgesamt 23.900 Unternehmen Insolvenz an. Das waren fast 2.000 Fälle mehr als im Vorjahr und entspricht einem Zuwachs von 8,3 Prozent. Damit wurde der höchste Stand seit mehr als zehn Jahren erreicht.

Bereits seit 2022 nehmen die Insolvenzanmeldungen kontinuierlich zu. In den beiden Jahren zuvor hatten die Fallzahlen jeweils um rund 23 Prozent zugelegt. Die aktuellen Daten stammen aus der Untersuchung „Insolvenzen in Deutschland, Jahr 2025“, die Creditreform im Dezember 2025 in Frankfurt vorgestellt hat.

Unternehmensfinanzen unter Druck

Laut Creditreform weisen viele Unternehmen einen hohen Verschuldungsgrad auf. Unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten sie Schwierigkeiten, bestehende Kredite zu bedienen oder neue Finanzierungen zu erhalten. Zudem belasten strukturelle Faktoren die wirtschaftliche Lage.

Für natürliche Personen oder Selbständige, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten, können Muster wie der Antrag für das Verbraucherinsolvenzverfahren und das Restschuldbefreiungsverfahren relevant sein, um ein gerichtliches Verfahren einzuleiten.

Zunahme der Privatinsolvenzen

Neben den Unternehmensinsolvenzen nahmen auch die Privatinsolvenzen weiter zu. Im Jahr 2025 wurden rund 76.300 Verbraucherinsolvenzen registriert. Das entspricht einem Anstieg von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und dem höchsten Stand seit 2016.

Bereits 2024 war die Zahl der Privatinsolvenzen um 7,8 Prozent auf 71.630 Fälle gestiegen. Creditreform führt den Anstieg vor allem auf eine zunehmende Überschuldung privater Haushalte zurück. Genannt werden unter anderem steigende Lebenshaltungskosten, Stellenabbau und eine höhere Arbeitslosigkeit.

Kleinstunternehmen besonders betroffen

Den größten Anteil an den Unternehmensinsolvenzen hatten erneut Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten. In dieser Gruppe meldeten 2025 rund 19.500 Betriebe Insolvenz an, nach 17.900 Fällen im Jahr 2024. Damit entfielen mehr als vier Fünftel aller Unternehmensinsolvenzen auf diese Unternehmensgröße.

Bei Großunternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten fiel der Anstieg deutlich geringer aus. Für 2025 verzeichnete Creditreform rund 140 Insolvenzen in diesem Segment.

Branchenvergleich zeigt deutliche Unterschiede

Besonders hohe Zuwächse bei den Insolvenzen wurden im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Handel festgestellt. In beiden Bereichen stiegen die Fallzahlen um jeweils mehr als zehn Prozent. Im Baugewerbe fiel der Anstieg mit 4,7 Prozent geringer aus.

Insgesamt lagen die Insolvenzzahlen in allen Hauptwirtschaftsbereichen über dem Vorjahresniveau. Im Bausektor, im Verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor lagen die Fallzahlen laut Creditreform rund ein Drittel über dem Stand von 2019.

Hohe Schäden für Gläubiger

Die Insolvenzen führten auch 2025 zu hohen finanziellen Verlusten für Gläubiger wie Lieferanten, Banken und Sozialversicherungsträger. Die Schadenssumme belief sich auf rund 57 Milliarden Euro und lag damit nur leicht unter dem Vorjahreswert von 59,1 Milliarden Euro.

Nach Angaben von Creditreform trugen sowohl die gestiegene Zahl der Verfahren als auch mehrere Großinsolvenzen zu den hohen Forderungsausfällen bei. Im Durchschnitt lag die ausfallbedrohte Summe pro Insolvenzfall bei mehr als zwei Millionen Euro.

Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Unternehmensinsolvenzen hatten auch Auswirkungen auf die Beschäftigung. Schätzungsweise 285.000 Arbeitnehmer waren 2025 von Insolvenzen betroffen. Damit lag die Zahl etwas unter dem Vorjahreswert von 291.000, blieb jedoch auf einem hohen Niveau.

Creditreform verweist darauf, dass es in vielen Fällen bereits vor oder während der Insolvenzverfahren zu einem Abbau von Arbeitsplätzen kommt. Insbesondere Großinsolvenzen trugen zu den hohen Beschäftigtenzahlen bei.

Junge Unternehmen mit steigenden Ausfällen

Der Anstieg der Insolvenzen betraf Unternehmen aller Altersklassen. Besonders deutlich fiel der Zuwachs jedoch bei sehr jungen Unternehmen aus, die höchstens zwei Jahre am Markt tätig waren. In diesem Segment stiegen die Insolvenzen um rund 13 Prozent.

Zusätzlich zur Insolvenz selbst finden Betroffene und Gläubiger häufig unterstützende Informationen über amtliche Formularsammlungen, die in öffentlichen und gerichtlichen Verfahren genutzt werden können.