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KI-Agenda bis 2030: Maßnahmen, Zeitplan

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat im Rahmen der „Hightech Agenda Deutschland“ Ziele und Maßnahmen zur Förderung von Künstlicher Intelligenz (KI) beschrieben. Im Mittelpunkt stehen Vorhaben bis 2030 sowie Programme, die ab 2025, 2026 und 2027 starten oder vorbereitet werden sollen.

Nach Darstellung des Ministeriums ist ein zentrales Ziel, bis 2030 zehn Prozent der Wirtschaftsleistung KI-basiert zu erwirtschaften, die Arbeitsproduktivität zu erhöhen und KI in zentralen Forschungs- und Anwendungsfeldern als Werkzeug zu etablieren.

Maßnahmen ab 2025 und 2026

Für 2026 kündigt das BMFTR einen „KI-Robotikbooster“ an. Geplant sind Leitprojekte für Mehrzweckroboter sowie Schaufenster für „verkörperte Künstliche Intelligenz“ (embodied AI), die Anwendungspotenziale für die Wirtschaft zeigen sollen. Zudem nennt das Ministerium den Ausbau von Forschungsinfrastruktur für Wissenschaft und Wirtschaft sowie den Aufbau von Erprobungs- und Weiterbildungszentren.

Parallel plant das BMFTR Transfer-Leitprojekte für KI-Anwendungen in Schlüsselbranchen und Forschungsfeldern. Genannt werden unter anderem Automobil, Chemie, Biotechnologie, Cleantech, Medizin und Agrifood sowie Material-, Klima-, Biodiversitäts-, Energie- und Nachhaltigkeitsforschung. Ab Herbst 2025 sollen dazu Fachgespräche stattfinden, in denen KI-Entwickler mit Vertretern dieser Branchen und Forschungsfelder zusammengebracht werden; ab 2026 sollen erste Projekte und Wettbewerbe starten. Außerdem will das Ministerium „Ansatzpunkte und Blaupausen“ zur Anpassung und Nutzung generativer KI und von KI-Agenten im Mittelstand entwickeln.

Europäische Projekte und Gesundheitsbereich

Das BMFTR kündigt an, sich am geplanten IPCEI Künstliche Intelligenz zu beteiligen. Ziel ist laut Quelle, europaweit souveräne, hochspezialisierte KI-Modelle für die Industrie voranzutreiben.

Für den Gesundheitsbereich beschreibt das Ministerium ein „umfangreiches Portfolio“ an Förderinitiativen. Unterstützt werden sollen Entwicklung und Einsatz von KI in Gesundheitsforschung, Arzneimittelentwicklung und Medizin. Zusätzlich soll der Transfer von KI-Innovationen in die medizinische Versorgung gefördert werden, einschließlich Prävention, Pflege und Nachsorge.

Start-ups, Beschaffung und Wettbewerbe

Zur Förderung von Ausgründungen verweist das BMFTR auf EXIST und die Initiative „AI-Nation“, mit dem Ziel einer bundesweit wirksamen Inkubationslandschaft. Zudem nennt die Quelle die künftigen „EXIST Startup Factories“, die vor allem die Skalierung von KI-Start-ups unterstützen sollen. Für internationale Skalierung wird ein globales KI-Kompetenzzentrum des German Accelerators genannt, das in Zusammenarbeit mit „AI-Nation“ wirken soll.

Für KI-Start-ups und KMU nennt das Ministerium Maßnahmen, um Markteintritt und Wachstum zu unterstützen. Dazu zählt das Identifizieren und Verbessern von Rahmenbedingungen, Wettbewerbe um Rechenkapazitäten sowie eine Vereinfachung der öffentlichen Beschaffung durch die Einführung einer Sonder-Direktauftragswertgrenze von 100.000 Euro.

KI-Kapazitäten, Recheninfrastruktur und Standards

Als weiteres Ziel formuliert das BMFTR, die Verfügbarkeit und Nutzbarkeit von KI-Kapazitäten für Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft „messbar“ zu verbessern. Genannt werden dabei Algorithmen, Daten, Rechner, Softwaretools und KI-Chips.

In diesem Zusammenhang strebt das Ministerium an, mindestens eine der europäischen „AI Gigafactories“ nach Deutschland zu holen. Bis Ende 2025 sollen Gespräche mit Wirtschaft, Wissenschaft und Ländern die Koordination von Bewerbungen unterstützen; die Betriebsaufnahme ist laut Quelle ab Mitte 2027 geplant. Ergänzend prüft das BMFTR eine Beteiligung am geplanten IPCEI „Edge Knoten Infrastruktur“ zur Förderung regional verteilter Datenverarbeitungskapazitäten für industrielle Anwendungen.

Servicezentren, Hochschulen und Datenräume

Nach Darstellung des Ministeriums soll noch „in diesem Jahr“ die zweite Stufe der KI-Servicezentren gezündet und das Netzwerk weiterentwickelt werden, einschließlich der Einbeziehung von AI Factories in Deutschland und anderen EU-Mitgliedstaaten. Bei KI-Kapazitäten setzt das BMFTR laut Quelle vorrangig auf technologische Souveränität, interoperable offene Standards und Schnittstellen, freie Trainingsdaten sowie wiederverwendbare und Open-Source-Lösungen.

Zudem beschreibt das BMFTR Maßnahmen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen: Genannt werden der Dialog mit den Ländern zum schrittweisen Ausbau des NHR-Verbunds, Förderinitiativen im Rahmen der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) und des KI-Campus sowie die Weiterentwicklung des Hochschulforums Digitalisierung gemeinsam mit der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Das Ministerium bezeichnet freien Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen ohne technische, rechtliche oder finanzielle Barrieren als Innovationstreiber und nennt eine verstärkte Nutzung von Open Access und Open Data.

Zielsetzung für die nächste KI-Generation

Als drittes Ziel nennt das BMFTR, „ein zentraler Player für die nächste KI-Generation“ und im weltweiten Wettbewerb zu werden. Dazu sollen KI-Spitzenzentren für grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung gestärkt und stärker vernetzt werden; dies soll in einem KI-Flaggschiff gebündelt werden.

Außerdem kündigt das Ministerium Förderinitiativen für KI-Modelle der nächsten Generation an, einschließlich leistungsstarker Foundation-Modelle und neuer KI-Methoden, beginnend „noch in diesem Jahr“. Für 2027 ist ein „Forschungsprogramm Software-Engineering“ vorgesehen, um die Basistechnologie von KI „forschungsgetrieben“ zu stärken. Darüber hinaus soll in dieser Legislaturperiode ein „AI Action Summit“ in Deutschland ausgerichtet werden. Die Quelle nennt zudem Förderprogramme und ressortübergreifende Verbundinitiativen zum Einsatz von KI für das Gemeinwohl sowie die Untersuchung des Potenzials von KI zur Stärkung der freiheitlichen Demokratie.

Einordnung der Lage laut Quelle

In der Quelle werden außerdem Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken des KI-Standorts Deutschland dargestellt. Zu den genannten Stärken zählen unter anderem globales Niveau in der KI-Forschung, eine vernetzte Wissenschafts- und industrielle FuE-Landschaft, Industriekompetenz bei KI-Nutzung und Industrierobotik sowie eine Open-Source-Community. Als Schwächen werden unter anderem ein „schleppender Transfer“ in die Anwendung, zu wenige grundlegende KI-Modelle und -Tools aus Deutschland, fehlende große KI-Entwickler sowie Einschränkungen bei Datenverfügbarkeit und -zugang genannt. Risiken beschreibt die Quelle unter anderem mit geopolitischen Konflikten, einer stärkeren Zentralisierung von Marktmacht und hohen Energiekosten als Nachteil für rechenintensive KI-Modelle.

Zur Nutzung von KI in Deutschland enthält die Quelle mehrere Angaben: Demnach nutzen über 60 Prozent der Beschäftigten KI im Arbeitsalltag, und zwei Drittel der Bevölkerung nutzen generative KI. Zudem heißt es, Studien errechneten ein Potenzial zusätzlicher Wertschöpfung durch KI von 300 bis 400 Milliarden Euro pro Jahr für Deutschland sowie das Zehnfache weltweit. Diese Angaben werden in der Quelle als Ergebnisse von Studien beschrieben, ohne dass einzelne Studien im Auszug konkret benannt werden.