Künstliche Intelligenz soll in der Bundesverwaltung systematisch eingesetzt werden, um Verwaltungsabläufe zu unterstützen. Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) beschreibt KI als Schlüsseltechnologie und nennt als Einsatzfelder unter anderem effizientere Prozesse, Entlastung von Beschäftigten sowie eine verbesserte Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern.
Nach Darstellung des Ministeriums ist das Ziel, KI „rechtskonform, effizient und skalierbar“ in die Anwendung zu bringen. Zuständigkeiten und Entscheidungen über den konkreten Einsatz von KI-Systemen liegen demnach bei den jeweiligen Behördenleitungen.
Marktplatz „MaKI“ als Transparenzregister
Zur Koordination von KI-Vorhaben in der Bundesverwaltung wurde der Marktplatz der KI-Möglichkeiten („MaKI“) eingerichtet. Das BMDS beschreibt MaKI als Transparenzregister und Matchingplattform. Dort werden KI-Anwendungen der Bundesverwaltung erfasst und öffentlich einsehbar gemacht.
Der Einsatz von KI soll nach Angaben des Ministeriums transparent und nachvollziehbar sein. Eine abgestimmte Umsetzung innerhalb der Verwaltung wird als Voraussetzung genannt, um die Potenziale der Technologie zu nutzen.
Leitlinien und Einzelfallprüfung
Für die sichere Nutzung von KI in der Bundesverwaltung wurden Leitlinien entwickelt. Die Entscheidung, ob und welche KI-Systeme dienstlich genutzt werden dürfen, obliegt laut BMDS der Behördenleitung. Genannt werden als Prüfmaßstäbe unter anderem Informationssicherheit, Datenschutz und Geheimschutz.
Die Leitlinien werden als Orientierungshilfe beschrieben und sollen nicht alle Bereiche abschließend regeln. Stattdessen sei eine Beurteilung im Einzelfall notwendig, abhängig vom jeweiligen KI-System. Als mögliche Unterstützungsräume für solche Prüfungen nennt das BMDS Reallabore.
KI-Guide und Governance-Strukturen
Neben den Leitlinien verweist das Ministerium auf weitere Umsetzungsfragen, die nicht Teil der Leitlinien seien. In den Ressorts und Behörden sollen geeignete Governance-Strukturen für den KI-Einsatz etabliert werden. Außerdem empfiehlt das BMDS, die Einführung von KI frühestmöglich von einem umfassenden Konzept für die Sicherstellung nachhaltiger Veränderungen („Change-Management“) in den Ressorts und Behörden zu begleiten.
Zur Planung und Umsetzung von KI-Projekten wurde der KI-Guide entwickelt. Dieser ist als Wissenskatalog mit Leitfragen angelegt und soll einen Überblick über die wichtigsten Aspekte entlang des KI-Lebenszyklus bieten. Er ist als Wissenskatalog aus Leitfragen konzipiert und bietet Lösungshilfen, um diese zu beantworten.
Kompetenzaufbau und Handlungsleitfaden
Das BMDS stellt den Aufbau von KI-Kompetenzen in der Bundesverwaltung als zentrales Element dar. Dabei geht es nach Angaben des Ministeriums nicht nur um technisches Wissen, sondern auch um organisatorische, kommunikative und persönliche Fähigkeiten. Schulungen für Mitarbeitende werden zudem als Bestandteil der europäischen KI-Verordnung (KI-VO) genannt.
Für eine einheitliche Auslegung wurde gemeinsam mit der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung im Bundesministerium des Innern (BAköV) einen Handlungsleitfaden zum KI-Kompetenzaufbau (nicht barrierefrei) [PDF, 268KB] nach KI-VO erarbeitet.
Plattform „KIPITZ“ für Sprachmodelle und Anwendungen
Als zentrales Vorhaben nennt das Ministerium außerdem die KI-Plattform des ITZ-Bund mit dem Namen „KIPITZ“. Sie wird als Basisplattform für Large Language Models (LLM) und KI-Anwendungen beschrieben. Genannt werden als aktuelle Funktionen unter anderem:
- Zusammenfassen von Dokumenten
- Übersetzen von Dokumenten
- Erstellen und Umformulieren von Texten
- Chatten mit einem Sprachmodell
Nach Angaben des BMDS soll ein abgeschlossenes System sicherstellen, dass keine Verwaltungsdaten in das Training von Modellen zurückfließen. KIPITZ soll auf einer cloud-agnostischen KI-Plattform als Platform-as-a-Service bereitgestellt werden. Mit dem Einsatz von anwendungsspezifischen Open-Source-Sprachmodellen wird außerdem ein Lock-in-Effekt verhindert und digitale Souveränität gefördert.
Ausblick auf agentische KI und Bilanz 2025
Das BMDS kündigt an, künftig auch agentische KI einsetzen zu wollen, um den Service für Bürgerinnen und Bürger weiter zu verbessern. Unter der Überschrift „Künstliche Intelligenz in der Verwaltung – Bilanz 2025“ nennt das Ministerium mehrere Punkte:
- H2-Plattform: Start einer Antrags- und Genehmigungsplattform gemeinsam mit Hamburg; Einsatz einer agentischen KI für Genehmigungen im Zusammenhang mit Wasserstoffkernnetzleitungen als Blaupause.
- Souveräne KI-Cloud: Souveräne KI-Cloud-Basisplattform als zentrales Element des Deutschland-Stacks ausgeschrieben.
- KI-Service-Desk: KI-Service-Desk bei Bundesnetzagentur (BNetzA) gestartet: Beratungsangebot für Unternehmen zu Fragen der europäischen KI-Regulierung.