Mehr Arbeitstage im Jahr 2026

Im Jahr 2026 werden Beschäftigte in Deutschland mehr Arbeitstage haben als im laufenden Jahr. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts ergibt sich bundesweit ein Durchschnittswert von 250,5 Arbeitstagen. Das entspricht einem Anstieg um 2,4 Tage.

Der Behörde zufolge liegt der Hauptgrund darin, dass mehrere gesetzliche Feiertage – darunter der 3. Oktober und der 26. Dezember – auf ein Wochenende fallen. Da die Zahl der Feiertage je nach Bundesland variiert, ergibt sich ein bundesweiter Durchschnittswert mit Nachkommastelle.

Einfluss auf die Wirtschaftsleistung

Die Zahl der Arbeitstage wirkt sich statistisch auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aus. Nach Angaben des Bundesamts gilt als Orientierungswert, dass ein zusätzlicher Arbeitstag das BIP durchschnittlich um etwa 0,1 Prozentpunkte erhöht. Die tatsächliche Auswirkung könne davon abweichen, da die wirtschaftliche Bedeutung einzelner Tage unterschiedlich sei.

In der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ruht die wirtschaftliche Aktivität in vielen Bereichen weitgehend. Ein zusätzlicher Arbeitstag zu diesem Zeitpunkt habe deshalb einen geringeren Effekt als ein Arbeitstag, der in einen wirtschaftlich stärker genutzten Zeitraum fällt. Das Bundesamt nennt als Beispiele den 1. Mai oder den 3. Oktober.

Prognosen von Wirtschaftsexperten

ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski erwartet, dass der Arbeitstageeffekt 2026 zu einem zusätzlichen Wachstum zwischen 0,2 und 0,3 Prozentpunkten beitragen kann. „Das Wachstum wird im nächsten Jahr vor allem von zwei Faktoren getragen: den Investitionspaketen und mehr Arbeitstagen“, erklärte er.

Auch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet mit einem Wachstumsimpuls. Für 2026 geht das IW von einem BIP-Zuwachs von 0,9 Prozent aus. Nach Angaben des Instituts entfällt rund ein Drittel dieses erwarteten Anstiegs auf den Kalendereffekt.

Einordnung durch Ökonomen

Brzeski erklärte, dass die Einschätzungen des erwarteten Effekts unterschiedlich bewertet werden könnten. Laut ihm sehen einige Beobachter in dem prognostizierten Wert weiterhin ein geringes Wachstumstempo. Andere betrachteten die Entwicklung als möglichen Beginn einer wirtschaftlichen Stabilisierung.

Die Angaben beziehen sich auf den Einfluss der zusätzlichen Arbeitstage und die erwarteten Investitionsprogramme, die laut Brzeski eine Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung im kommenden Jahr spielen.

Historischer Vergleich der Arbeitstage

Für 2026 ergibt sich mit 250,5 Arbeitstagen der höchste Wert seit 2022, als bundesweit 251,4 Arbeitstage gezählt worden waren. Seit der deutschen Wiedervereinigung wurde der Spitzenwert im Jahr 2004 erreicht. Damals lag der bundesweite Durchschnitt bei 252,8 Arbeitstagen.

Den niedrigsten Wert verzeichnete das Jahr 1991 mit 246,9 Arbeitstagen. Das Statistische Bundesamt verweist darauf, dass die Abschaffung des Buß- und Bettags als gesetzlicher Feiertag im Jahr 1995 – mit Ausnahme Sachsens – zu einem bundesweiten Anstieg der Arbeitstage geführt hat.