Das Bundeskabinett hat den Migrationsbericht der Bundesregierung für das Jahr 2024 beschlossen. Der Bericht wurde vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erstellt und wird nun dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat zugeleitet.
Laut Bundesregierung enthält der Bericht umfassende statistische Daten zum Migrationsgeschehen in Deutschland. Er dient nach Angaben der Bundesregierung als Grundlage für die Entscheidungsfindung in Politik und Verwaltung sowie für die Information der Öffentlichkeit.
Inhalt und Aufbau des Berichts
Der Migrationsbericht umfasst allgemeine Wanderungsdaten zu Deutschland und stellt verschiedene Migrationsarten detailliert dar. Zusätzlich enthält er einen europäischen Vergleich zum Migrationsgeschehen und zur Asylzuwanderung.
Außerdem behandelt der Bericht das Phänomen der irregulären Migration. Weitere Inhalte sind Angaben zur Struktur der ausländischen Bevölkerung sowie zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund.
Nettozuwanderung 2024 gesunken
Für 2024 weist der Bericht eine deutlich gesunkene Nettozuwanderung nach Deutschland aus. Sie ging von 662.964 auf 430.183 Personen zurück. Das entspricht einem Rückgang um 35,1 Prozent.
Als wichtigste Herkunfts- beziehungsweise Zielländer der Migration nach beziehungsweise aus Deutschland nennt der Bericht europäische Staaten. Für 2024 wird die Ukraine mit 221.570 Zuzügen und einem Anteil von 13,1 Prozent als wichtigstes Herkunftsland der Zugewanderten ausgewiesen. Es folgen Rumänien mit 173.563 Zuzügen (10,2 Prozent) und die Türkei mit 88.690 Zuzügen (5,2 Prozent).
Entwicklung bei Asylerstanträgen
Im Jahr 2024 stellten nach Angaben des Berichts 229.751 Menschen einen Asylerstantrag. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang um 30,2 Prozent.
Unter den Erstanträgen nennt der Bericht 13.344 unbegleitete Minderjährige. Das entspricht 5,8 Prozent aller Asylerstanträge.
Visa und Aufenthaltstitel zur Erwerbsmigration
Die Zahl der erteilten Visa zu Erwerbszwecken stieg 2024 im Vergleich zu 2023 um 9,2 Prozent auf mehr als 172.000. Gleichzeitig gingen Aufenthaltstitel zur Erwerbsmigration laut Bericht im Vergleich zu 2023 um 24,6 Prozent auf 54.590 zurück.
Als wichtigste Herkunftsländer von Erwerbsmigrantinnen und -migranten nennt der Bericht Indien, die Türkei, die USA sowie die Westbalkanstaaten.
Spätaussiedler und Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte
Der Zuzug von Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern sowie ihrer Familienangehörigen sank 2024 auf 4.328 Personen. Nach Angaben im Bericht liegt dieses Niveau auf dem Stand des Jahres 2020. Als wichtigste Herkunftsländer werden die Russische Föderation (2.397) und Kasachstan (1.549) genannt.
Für die Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte nennt der Bericht für 2024, hochgerechnet auf Basis des Mikrozensus, etwa 21,2 Millionen Menschen in Deutschland. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung betrug demnach 25,6 Prozent.
